Historie

Chronik der Schützenbruderschaft Heilig Geist Münster e.V. von 1879 zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1979

Originaltext: Helmut Müller

Zusammenfassung: Bruno Raabe

Das Geburtsjahr der Schützenbruderschaft „Geist” ist – soweit festzustellen ist – das Jahr 1879. Zwar sind keine Urkunden darüber vorhanden, aber eine alte Schützenfahne mit der Gründungszahl 1880 gibt Zeugnis hiervon. Leider ist diese wertvolle Fahne durch den Krieg verlorengegangen. Von 1880 bis 1908 war die heutige Schützenbruderschaft eine Schützengesellschaft. Über ihre Gründung ist Folgendes zu berichten:

Im Jahre 1879 wurden die jungen Leute der damaligen Bauernschaft Geist bei Münster vom Bürgerschützenverein Hiltrup eingeladen, an dem dortigen Schützenfest teilzunehmen. Diese Einladung wurde angenommen. Durch den schönen Verlauf angeregt, beschlossen die jungen Leute auf der Geist, im nächsten Jahr ein eigenes Schützenfest zu feiern – und zwar nur für die Junggesellen. Denn die alten Herren waren durchweg Mitglieder der Lamberti-Bruderschaft, die statutengemäß nur selbständige Personen als Mitglieder aufnahm.

In einer im Frühjahr 1880 abgehaltenen Versammlung wurde die Gründung einer Schützengesellschaft dann beschlossen. Als erster Oberst wurde Bernhard Königskötter, „Verwalter beim Gutsbesitzer Gisbert“, gewählt. Sein Adjutant wurde der Stadtrat Bernhard Haarmann, der auch der eigentliche Gründer der Schützengesellschaft war.

Es wurde beschlossen, das Fest beim Wirt Rottmann, genannt Münstermann, zu feiern. Der Wirt verpflichtete sich, zum Fest ein Zelt aufzubauen. Da er aber befürchtete, dass sich das Fest nicht rentieren würde, musste sich die Schützengesellschaft verpflichten, wenn keine „100 Fremdenkarten“ à 1 Mk verkauft würden, den Minderertrag dem Festwirt zu ersetzen.

Mit frohem Mut ging die junge Gesellschaft an die Arbeit und hatte die große Freude, dass ihr Vertrauen glänzend belohnt wurde. Denn der Verlauf des Festes bewies, dass der junge Verein lebensfähig war.

An dem Königsschießen beteiligten sich 58 Schützen, die bei der Wirtschaft Neuer Krug um die Königswürde rangen. Schütze Anton Holtmann, Kutscher auf Haus Geist, ging als Sieger aus dem Wettkampf hervor. Er erkor sich Fräulein Gertrud Averbeck zur Königin.

Auch die Besorgnisse des Festwirtes erwiesen sich als unbegründet, denn es wurden 118 Fremdenkarten ausgegeben. Der Überschuss von 18 Mk wurde entgegenkommenderweise dem jungen Verein zur Verfügung gestellt. Als Beitrag erhob man von jedem Mitglied 50 Pfg.

Im zweiten Jahr konnte die Schützengesellschaft bereits in dem inzwischen erbauten Münstermannschen Saal feiern. Als Oberst fungierte in diesem Jahr Christoph Heilmann. Als er beim Fest die Königswürde errungen hatte, wurde er von seinem Bruder Bernhard abgelöst.

Die junge Schützengesellschaft blühte weiter auf. Als die Begründer Ehrenmänner wurden, hielten sie immer noch ihrer liebgewordenen Schützengesellschaft die Treue. Es wurden infolgedessen auch bald Verheiratete in die Gesellschaft aufgenommen.

Auch schlechte Jahre blieben dem Verein nicht erspart. Wir müssen da dankbar einer Frau gedenken, der beliebten und biederen Festwirtin Mutter Jännken. Wenn der Vorstand in Verlegenheit war und die Kasse nicht ausreichen wollte, dann war sie immer diejenige, die zu helfen wusste, indem sie treuherzig meinte: „Jungs, lot mi dar Wiärk es in de Riege maken.“

Vom Jahre 1891 bis 1895 durfte kein Ausmarsch stattfinden, trotzdem sind aber alle Schützenfeste gefeiert worden. Jeder ging für sich zum Schützenfest, wo jetzt das Königsschießen stattfand. Nachmittags wurde dann in gewohnter Weise beim Festwirt Münstermann gefeiert.

Da die Fahne mit der Zeit durch Wetter und Verschleiß schlecht wurde, musste man daran denken, sie durch eine neue zu ersetzen. Der damalige Oberst Anton Schneider sammelte im Jahr 1906 zusammen mit dem Schützen Heinrich Münstermann bei sämtlichen Schützenbrüdern und erhielt den schönen Betrag von reichlich 200 Mk zur Anschaffung einer neuen Fahne. Die Fahnenstange wurde von dem Schützen Heinrich Schäfers angefertigt und dem Verein geschenkt.

Aber immerhin dauerte es noch bis zum Jahre 1909, bis die Fahne angeschafft werden konnte. Dann wurde auch der Wunsch laut, die Schützengesellschaft in eine Schützenbruderschaft umzuwandeln. Dieses Vorhaben wurde zur Tat in der Generalversammlung vom 20. April 1908, die in dem Lokal des Schützenbruders Heinrich Rottmann (Münstermann) stattfand. In dieser Versammlung wurden die vom Vorstand und einer Kommission aufgestellten Statuten einstimmig angenommen. Sogleich erklärten 56 Schützenbrüder ihren Beitritt zur Schützenbruderschaft.

Als neuer Oberst wurde der Schützenbruder Heinrich Griese gewählt, als sein Adjutant der Schützenbruder Anton Röttger.

In der Generalversammlung vom 12. Oktober 1913 wurde beschlossen, einen Fahnenschrank zu beschaffen. In den folgenden fünf Jahren ruhte das Vereinsleben, da mit Ausbruch des Weltkrieges die meisten Schützenbrüder in das Feld einrücken mussten. Drei Schützenbrüder sind im Ersten Weltkrieg gefallen.

Nach Beendigung des Krieges berief der 1. Vorsitzende Bernhard Haarmann am 8. Februar 1919 eine Generalversammlung ein. Dort wurde beschlossen, am 19. Februar 1919 ein Kriegerheimkehrfest zu feiern. Im Fahnenschrank wurde eine Gedenktafel für die gefallenen Schützenbrüder angebracht.

Nun kam eine schlimme Zeit für die Schützenbruderschaft, denn die Folgen des Krieges und der Inflation gingen nicht spurlos an ihr vorüber. In der Generalversammlung am 29. April 1922 wurde Schützenbruder Heinrich Haarmann zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Mit starker Hand übernahm er die Leitung der Bruderschaft. Sein Name wird der heutigen Generation unvergessen bleiben. Er ging furchtlos und geradlinig seinen Weg und brachte – trotz der schwierigen Zeitverhältnisse – die Bruderschaft zu großer Blüte und bedeutendem Ansehen.

Die Schützenfeste der Geister Bruderschaft erfreuten sich zunehmender Beliebtheit, weil es der Vorsitzende gemeinsam mit seinen Vorstandsmitgliedern verstand, sehr schöne und würdige Feste zu feiern. Auch für die Ausbildung der Fahnenschläger zeigte er großes Interesse. Ihre Leistungen fanden überall starke Anerkennung.

Im Oktober 1927 veranstaltete die Schützengesellschaft „Deutsche Eiche“ ein Hindenburg-Kampfschießen. In diesem Schießen errangen unsere Schützenbrüder – in scharfer Konkurrenz zu 31 Vereinen – den 1. Platz: eine mit Widmung versehene Wehrmannsbüchse. Die glücklichen Sieger waren die Schützenbrüder Hein, Griese, Scheiper, Hackmann, Schreiber und Hülsbusch.

Der 1. Vorsitzende Haarmann war zudem besonders darum bemüht, für alle Schützen eine einheitliche Uniform zu beschaffen. Deshalb wurde in der Generalversammlung vom 16. Oktober 1927 beschlossen, dass sich sämtliche Schützenbrüder mit Schützenhut und Bandelier (Krawatte) ausstatten sollten. Im nächsten Jahr durften nur Schützen in dieser Ausrüstung am Ausmarsch teilnehmen. Von der Bruderschaft wurden 100 Holzgewehre bestellt, die gegen eine kleine Gebühr an die Mitglieder verliehen wurden.

Dass die Schützenbrüder weiterhin im Schießsport geübt waren, bewiesen sie anlässlich des 250. Jubelfestes des Bürgerschützenvereins Ascheberg, bei dem sie unter starker Konkurrenz sämtlicher Vereine einen Ehrenpokal errangen. Die glücklichen Sieger waren die Schützen Griese, Gerdes und Hülsbusch. Außerdem erhielt der beste Schütze des Tages, Heinrich Griese, ein schönes Diplom.

Im Jahr 1929 feierte die Schützenbruderschaft Geist ihr 50-jähriges Bestehen als Verein. Nach diesem Jubelfest übernahm Schützenbruder Heinrich Haarmann erneut die Führung des Vereins, die er zwischenzeitlich niedergelegt hatte.

Es folgte eine Zeit der Krise: Als im Jahr 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde die Existenz katholischer Bruderschaften zunehmend erschwert. Schützenbruder Heinrich Haarmann fühlte sich seinem Amt nicht mehr gewachsen und legte es nieder. In der Generalversammlung am 22. April 1933 wurde der damalige Adjutant Heinrich Hölscher zum 1. Vorsitzenden gewählt. Da er jedoch Mitglied des Kirchenvorstandes von Heilig Geist, aber kein Parteimitglied der NSDAP war, wurde er von den damaligen Behörden als politisch unzuverlässig erklärt und nicht bestätigt. Seitens der Behörde wurde sogar verlangt, dass ein Mitglied der NSDAP den Vorsitz der Schützenbruderschaft übernehmen müsse. Aus Protest legte Heinrich Hölscher, der das volle Vertrauen der Bruderschaft genoss, sein Amt nieder. Das Vereinsleben brach daraufhin zusammen.

Als mit dem Ende des furchtbaren Zweiten Weltkriegs auch die NSDAP ihr Ende fand und allmählich wieder bessere Verhältnisse eintraten, ging man im Jahr 1947 daran, die alte Bruderschaft im alten Geiste wiederaufzurichten. Es ist das große Verdienst unseres damaligen und heutigen Vorsitzenden Heinrich Hölscher, der die Schützenbruderschaft wieder ins Leben rief und zu neuer Blüte führte. Am 26. November 1947 rief er alle ehemaligen Schützenbrüder zu einer ersten außerordentlichen Generalversammlung zusammen. Dort wurde das Wiederaufleben der ehemaligen Schützenbruderschaft Geist beschlossen und ein neuer Vorstand gewählt:

Geistlicher Präses: Pfarrer Hueskamp von Heilig Geist

  1. Vorsitzender: Heinrich Hölscher
  2. Vorsitzender (Adjutant): Heinrich Hölscher

Schriftführer: Bernhard Wiegel

Kassierer: Adolf Haarmann

Die Bestätigung durch die damalige Militärregierung, die eingeholt werden musste, wurde umgehend erteilt. Es ist dem engagierten Einsatz des neuen Vorstandes zu verdanken, dass die Bruderschaft schnell wieder zu altem Ansehen fand.

Am 29. Januar 1948 feierte man das erste Winterfest, das eindrucksvoll zeigte, wie sehr die alte Treue zur Bruderschaft wiederauflebte. Fast alle Schützenbrüder waren wieder zur Stelle, das Fest nahm einen sehr schönen Verlauf. In der darauffolgenden Generalversammlung wurde beschlossen, im Sommer ein Schützenfest zu feiern.

Da die alte Fahne durch Kriegseinwirkung verlorengegangen war, wurde die Anschaffung einer neuen Fahne beschlossen. Dem Vorstand gelang es, dass diese neue Fahne bereits am Morgen des Schützenfestes bei einem feierlichen Hochamt durch den Präses der Bruderschaft eingeweiht werden konnte.

Die Schützenbrüder Josef Eschkotte und Anton Gerdes ließen sich etwas Besonderes einfallen: Sie konstruierten eine Vogelstange mit eingebauter Abschussvorrichtung – genial in der Idee, einfach in der Wirkung. Der Vogel saß auf einer Eisenstange, die durch eine Röhre geführt wurde. Ein Stahlstift am unteren Ende des Rohres hielt die Eisenstange – und damit den Vogel – fest. Ein dünnes, weithin unsichtbares Drahtseil führte vom Stahlstift direkt zum amtierenden Schießmeister.

Was sich dann abspielte, schildern Augenzeugen folgendermaßen:

„So gegen Mittag war Franz Osthoff-Hovestadt an der Reihe. Er nahm sich die Armbrust, visierte den Vogel an und gab den ersten Schuss ab – rühren tat sich nichts. Nach einem weiteren wirkungslosen Schuss kniff Heinrich Hölscher dem Schießmeister ein Auge zu – der reagierte wie abgesprochen. Beim dritten Schuss zog er am Drahtseil – ‚rumskedi‘ machte der Vogel und fiel komplett von der Stange. Franz Osthoff-Hovestadt war der erste Schützenkönig nach dem Krieg.“

Der Anfang war gemacht. Bereits 1950 – inzwischen wurde im Hof zur Geist gefeiert und geschossen, wo wieder mit Kleinkaliber oder Jagdgewehr geschossen werden durfte – war das Interesse groß. Der Saal für den Festball, nach der vorausgegangenen Kuchenschlacht, konnte nur mit einem Trick geräumt werden: Jung und Alt wurden kurzerhand mit einer Polonäse aus dem Saal gelockt. Sie führte entlang der Hammer Straße, ungefähr bis zur Eisenbahnbrücke, so erinnert sich Heinz Barkmeyer. Als die Festgesellschaft zurückmarschierte, war der Saal aufgeräumt, sauber und festlich geschmückt.

Unvollständig wäre dieser Rückblick, wenn nicht auch ein ehrendes Wort über jenen Mann gesagt würde, der stets für die Belange der Bruderschaft ansprechbar war – und der über vier Jahrzehnte hinweg seine Wiese für das Königsschießen zur Verfügung stellte: Bauer Heinrich Scheiper, mit 93 Jahren das älteste Mitglied der Bruderschaft – und auch zum 100. Jubelfest noch aktiv dabei.

Auch auf anderen Gebieten tat sich einiges. Die Geist sorgte für Schlagzeilen: „Aus der alten Bauernschaft ist innerhalb weniger Jahrzehnte der bei weitem größte Stadtteil Münsters entstanden“, schrieb bereits 1952 die Presse – und belegte diese Aussage mit Zahlen. Von 135.000 Einwohnern Münsters lebten 1952 allein 40.000 auf der Geist!

Klar, dass auch innerhalb der Bruderschaft Ambitionen geweckt wurden, die es zu fördern galt. So hatte gleich nach der Währungsreform die Pfarrjugend von Heilig Geist auf Anregung von Kaplan Prinzensrieg eine Theater-Laienspielgruppe ins Leben gerufen, die bald in Münster einen Namen hatte. Was zunächst nur wenige wussten: Auch die Bruderschaft profitierte davon. Nach und nach traten alle Laienspieler als Mitglieder in die Schützenbruderschaft ein. Im 75-jährigen Jubeljahr (1954) trat die Gruppe erstmals unter dem neuen Namen der Bruderschaft an die Öffentlichkeit.

Parallel dazu gelang der Aufbau eines eigenen Spielmannszugs – in beiden Fällen getragen vom beispiellosen Engagement des unvergessenen Bernhard Horstmann, der wenige Jahre später bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, dessen Wirken jedoch bis heute nachwirkt.

Nicht zuletzt die vielen Aktivitäten der Schützenbruderschaft Münster Heilig Geist waren es, die das Vereinsleben in jenen Jahren in den Blickpunkt des allgemeinen Interesses rückten. Andere Bruderschaften – allen voran „St. Lamberti Josef“ (Stengelrüben) – bereicherten mit ihren Delegationen die Schützenfeste und stärkten die freundschaftliche Verbundenheit. Diese fand ihren sichtbaren Ausdruck im dreitägigen Festprogramm zum 75-jährigen Bestehen der Bruderschaft im Juni 1954. Damals erklärte der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Dr. Busso Peus, inmitten einer großen Festversammlung im Preußenstadion:

„In vorbildlicher Weise hat die Schützenbruderschaft Münster Heilig Geist die alten Ideale der Bruderschaften – Stärkung des Glaubens, Schutz der Sitten, Treue zur Heimat – bewahrt und gefördert. Und sie hat sie auch in Zeiten der Not und der Bedrängnis nicht aus den Augen verloren. Wir alle können daher an diesem Tag nur wünschen, dass auch in Zukunft diese Ideale von einer immer stärker wachsenden Zahl unserer Jugend weitergetragen werden.“

In dieser Verpflichtung spiegelt sich auch das Wirken eines Mannes wider, dem 1958 das alljährliche Schützenfest zur Jubelfeier wurde: Heinrich Hölscher. Er war es, der 25 Jahre lang mit Einfühlungsvermögen, Tatkraft, organisatorischem Geschick und überzeugender Standhaftigkeit gegenüber allen Repressalien einer aus Machtmissbrauch gewachsenen Diktatur die Geschicke der Bruderschaft lenkte.

Für diesen vorbildlichen Einsatz dankte ihm der Zentralverband der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften mit einer der höchsten Auszeichnungen des Verbandes: Diözesanbundesmeister Theo Rüschhoff verlieh ihm das St. Sebastianus-Ehrenkreuz. Heinrich Hölscher selbst sagte dazu bescheiden:

„Dies sehe ich als eine Auszeichnung für uns alle an – ich selbst habe nur meine Pflicht getan.“

Der Aufschwung war so umfassend, dass organisatorische Konsequenzen nicht ausblieben. Das bisher eintägige Schützenfest hatte sich derart ausgeweitet, dass es im wahrsten Sinne des Wortes „in die Knochen ging“. „Twintig Stunnen uppe Beene – dat hölt nich mehr uut“, stellten viele Mitglieder fest und plädierten für ein zweitägiges Schützenfest.

Nachdem Heinrich Hölscher aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte, brachte sein Nachfolger Franz Stukenbrock – dem Wunsch von Vorstand und Mitgliedern folgend – auf der Generalversammlung am 13. Mai 1962 den Antrag ein:

„Das Schützenfest der Bruderschaft soll künftig an zwei Tagen, am Sonntag und Montag nach Fronleichnam, gefeiert werden.“

Die Zustimmung war einstimmig, und fortan gab es keine Beschwerden mehr – obwohl in der Schrift zum 75-jährigen Jubiläum noch der spöttische Spruch stand: „Doo, wat de wuss – de Lüü küürt doch!“ Doch die Leute kürrten nicht mehr – sie waren zufrieden. Hatten sie doch eine Tradition begründet, die Anklang fand und sich seit 1967 als (vorläufig) endgültig erwies:

Sonntagmorgen Festhochamt, anschließend Ausmarsch mit Erbsensuppenessen, nachmittags Königsschießen und Kinderschützenfest – und am darauffolgenden Samstag der große Königsball.

„Ja und was ist mit montags?“, werden manche fragen. Und es sieht ganz so aus, als stünde diese Frage nicht mehr lange im Raum: Der montägliche Frühschoppen scheint unaufhaltsam – und es könnte sehr wohl sein, dass auf dem 100-jährigen Jubelfest dieses alte Anliegen seiner Verwirklichung ein Stück näherkommt.

Von starken Vorsitzenden, Theaterleidenschaft und neuer Schießkultur

Auf Franz Stukenbrock folgte Heinz Barkmeyer – langjähriger, verdienter Schriftführer der Bruderschaft – als Vorsitzender. Als dieser 1969 auf eine Wiederwahl verzichtete, wurde Theodor Hegemann zum neuen Vorsitzenden der Bruderschaft gewählt.

Es ist die große Palette an Aktivitäten der Bruderschaft, die sich in der öffentlichen Würdigung widerspiegelt. Einen köstlichen Lacherfolg verzeichneten die Zeitungen 1966 anlässlich der Premiere des plattdeutschen Stücks „Oao stimmt wat nich“, das die Theatergruppe der Schützenbruderschaft zugunsten des Baus eines Kindergartens in der Pfarrei St. Gottfried aufführte. Der Erfolg wiederholte sich in den Folgejahren mit wechselnden Programmen. Immer gab es volle Kassen, und immer stand ein gutes Werk dahinter: 1967 diente der Erlös der Betreuung aller Menschen in der Pfarrei Heilig Geist, 1968 unterstützte er den Neubau eines Jugendheims.

Die Theatergruppe stellte später ihre Tätigkeit ein. Doch allen, die über Jahre mit liebevoller Hingabe an diesen Erfolgen mitwirkten, anlässlich des „100-jährigen“ einmal herzlich zu danken, ist mehr als nur eine Pflichtübung – es ist Ausdruck ehrlicher Anerkennung.

Wer dabei war, wird sich noch gut erinnern: Das Schützenfest 1966 hatte gleich zwei Höhepunkte – zum einen ein Gewitterorkan von Jahrhundertformat während des Vogelschießens, zum anderen Heinrich Scheipers Glanzleistung. In einer kurzen Gewitterpause holte sich der damals 80-Jährige mit zwölf kräftigen Schüssen den Vogel von seinem luftigen Sitz und ließ seine deutlich jüngeren Kontrahenten alt aussehen. Diese hatten sich – dem Unwetter zum Trotz – in der Scheiper’schen Scheune mit „Kömkes“ gestärkt, was die Chronisten launig mit dem Satz festhielten:

„In der Scheune herrschte Bombenstimmung, und man hörte es weithin über die Geist – so ein Tag, so wunderschön wie heute!“

Es war überhaupt eine Zeit, die sich sehen lassen konnte. Auf der Generalversammlung 1968 konnte Heinz Barkmeyer als 1. Vorsitzender gleich 14 Jugendliche auf einen Schlag als neue Mitglieder der Bruderschaft begrüßen. Kaplan Dirks, der im Jahr zuvor beim Königsschießen dem Vogel beide Flügel abgeschossen und damit seine schießsportlichen Talente eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte, machte einen Vorschlag: Die Gründung einer neuen Schießgruppe für die Jugend. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen und durch großzügige Spenden gefördert.

Theodor Hegemann stiftete einen Silberpokal, um dem Schießsport auf der Geist noch mehr Anreiz zu geben. Im Keller des Jugendheims trafen sich fortan nicht nur die angehenden Jungschützen zum Übungsschießen – auch die „Alten“ entdeckten den Reiz der neuen Möglichkeiten. Sie trafen sich sonntagmorgens ebenfalls im Keller, getreu der Devise:

„Biätken to dohn is bläteräs nur daobistaohn.“

(= „Ein bisschen was tun ist besser, als nur dabeizustehen.“)

Die Schützenbrüder von Heilig Geist taten ohnehin mehr, als sich nur zu Schützenfesten und Generalversammlungen zu treffen. Sie erfüllten den Begriff einer „lebendigen Gemeinde“ mit beachtlichem Inhalt – insbesondere, wenn es galt, Kranken oder in Not geratenen Mitbürgern zu helfen.

Diese Haltung fand auch einen sichtbaren Ausdruck nach außen: Bereits im Jahr 1931 stiftete die Bruderschaft – nach einstimmigem Beschluss – einen Baldachin für die alljährliche Fronleichnamsprozession. Ein Zeichen gelebten Glaubens und gelebter Solidarität – ganz im Sinne ihrer christlichen Grundwerte.

Der Geist der „Geister“ – Werte, Wandel und ein stolzes Jahrhundert

Der Geist der „Geister“, die Wahrung gemeinsamer Traditionen und die Treue zu einer aus sich selbst gewachsenen Gemeinschaft – all das kam beim Schützenfest am 4. Juni 1972 zum Ausdruck. Als die Bruderschaft bei der Königsproklamation von Heinz Alichmann sieben Schützenbrüdern aufgrund ihrer 50-jährigen Mitgliedschaft die Ehrenmitgliedschaft verlieh, war das ein bewegender Moment:

Ewald Ahlers, Anton Brand, Anton Enning, Franz Osthoff, Heinrich Scheiper, Heinrich Schulte-Zweckel und Mathias Thömer wurden mit Ehrenurkunden ausgezeichnet. „Wir sind stolz“, so der erste Vorsitzende Theo Hegemann, unter dem Beifall der Festgemeinde.

Zu dieser Zeit hatte Theo Hegemann – vielen auch als „singender Wirt von der Geist“ ein Begriff – längst bewiesen, dass eine umsichtige, tatkräftige und zugleich tolerante Führung der Bruderschaft auch in einer Epoche gesellschaftspolitischen Wandels möglich war. Es gelang ihm nicht nur, die Gemeinschaft „bineene to hoallen“, sondern ihr immer wieder neue Impulse zu geben und ihr ein erweitertes Wirkungsfeld zu eröffnen.

„Wir sind eine Familie ohne Nachwuchssorgen“, konnte er beim Winterfest 1975 mit Stolz und unter dem Applaus von mehr als 250 Anwesenden verkünden. „Aufgrund unseres attraktiven Angebots können wir seit über zwölf Jahren unsere Mitgliederzahl konstant halten.“ Ein Erfolg, der nicht vielen Schützengesellschaften und Bruderschaften vergönnt war.

Weil es das „Jahr der Frau“ war, setzte die Bruderschaft beim Winterfest 1975 auch entsprechende Akzente: Nicht die Männer, sondern die Damen forderten zum Tanz auf – ein ganz neues Festgefühl für die „Geister“!

Wenige Monate später wurde ein bedeutsamer Schritt getan: Auf der Generalversammlung stimmten die Mitglieder mit großer Mehrheit dem Antrag auf Wiederaufnahme in den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (Köln) zu. Dass schon beim Winterfest 1976 eine lautstarke Überraschung wartete, verwunderte da nicht: Der vereinseigene Kinderspielmannszug stellte sich erstmals der Öffentlichkeit vor.

Was Vereinskassierer Heinz Schauerte und seine Frau Käthe, gemeinsam mit Bernhard und Wolfgang Schütte, auf die Beine gestellt hatten, konnte sich hören und sehen lassen. 25 Kinder im Alter zwischen sechs und vierzehn Jahren sollten fortan den „Geister“-Schützenbrüdern die musikalischen Flötentöne beibringen. Was heißt 25 – schon wenig später stieg die Zahl auf 36 Jungen und Mädchen, deren öffentliche Auftritte immer größere Resonanz fanden.

Wie sehr diese Arbeit Früchte trug, zeigt sich heute: 46 Jugendliche, alle inzwischen in einheitlicher Kluft, bilden den Kern des Jugendspielmannszugs der Schützenbruderschaft Heilig Geist Münster.

Ansehen und Anerkennung gelten nicht nur einer hundertjährigen, oft wechselvollen Geschichte der Bruderschaft, sondern auch der selbstlosen und verdienstvollen Arbeit vieler, die sich über Generationen hinweg den Grundsätzen der Bruderschaft verpflichtet fühlten und sich unermüdlich dafür einsetzten. Was in diesen hundert Jahren an Einsatz, Opfer, Leistung und Hingabe für das gemeinsame Anliegen erbracht wurde, ist eine ungeschriebene Ehrenchronik, in die viele Taten, Namen und Erinnerungen eingeschrieben sind.

Als Theo Hegemann 1977 den „Goldenen Schuss“ des Schützenkönigs tat, kommentierte ein Augenzeuge augenzwinkernd:

„Den haben wir sanft dazu gedrängt – damit er sich im 100. Jubiläumsjahr ganz den wichtigen Aufgaben als Vorsitzender widmen kann und sich nicht als König feiern lassen muss.“

Theo Hegemann sagte damals mit Blick auf die Zukunft:

„Möge die Bruderschaft Heilig Geist in der gleichen Treue, Festigkeit und Kameradschaft zusammenstehen, die uns ein Jahrhundert lang begleitet hat.“

Der Schriftsteller John Steinbeck brachte es einst auf den Punkt:

„Das Merkwürdige an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dass man unsere Zeit später die gute, alte Zeit nennen wird.“

Wer wollte daran zweifeln? Und darauf können wir alle stolz sein. WIR ALLE.

Die Chronik der ersten 100 Jahre begann mit dem lehrreichen Satz:

„Freundschaft besteht darin, dass man einander nie im Stich lässt.“

Wäre diese Priorität in den letzten 25 Jahren nicht beherzigt worden, gäbe es die Gemeinschaft der Bruderschaft Heilig Geist vermutlich nicht mehr. Denn die Zeiten, in denen dieses Gut noch ein Gütesiegel war, sind schwer geworden. Die Gesellschaft ist schnelllebiger – oft eine Ellbogengesellschaft, in der man kaum noch den Nachbarn kennt.

Dass dies in der Bruderschaft keinen Platz gefunden hat, darf mit ruhigem Gewissen als Auszeichnung gelten.

Die ersten 100 Jahre der Bruderschaft Heilig Geist endeten – wie die nächsten begannen – mit einem besonderen Ereignis: dem Kaiserschießen.

Alle noch lebenden Könige traten im Hof zur Geist nacheinander an. Jeder hatte einen Schuss. Vom Vogel war kaum noch etwas übrig, als man meinte, ein Schützenbruder habe den letzten Rest abgeschossen. Man trug ihn schon auf den Schultern – als neuen Kaiser. Doch dann stellte sich heraus: Ein Holzspan saß noch auf der Stange.

Bernhard Hülsmann musste als nächster Schütze den Schraubenkopf treffen – damit der Span durch die Erschütterung fiel. Und er traf.

Bernhard Hülsmann wurde somit der erste „Schützenkaiser“ der Bruderschaft.

Schützenkönig des Jubelfestes wurde Bernhard „Berni“ Scheiper.

Am Abend des Jubelfestes – unter dem Eindruck des Besonderen – standen einige Schützenbrüder an der Theke beisammen. Sie stellten fest, dass die Kinder der Schützenbrüder nicht genügend Aufmerksamkeit erhielten, wenn das Kinderschützenfest zeitgleich mit dem der Erwachsenen stattfand.

Also beschloss man, dieses künftig separat auf dem Hofe Hölscher am Vennheideweg zu feiern. Zum ersten neuen Kinderfest spendete Jubiläumskönig „Berni“ Scheiper spontan ein Spanferkel. Sicherlich nicht nur aus diesem Grund wurde das Fest ein voller Erfolg – und fand von da an 15 Jahre lang an gleicher Stätte statt.

Dafür gebührt der Familie Hölscher besonderer Dank.

Schützenkönige von 1948 – 1978

stehend v.l.n.r. Wilhelm Hohmann, Hermann-Josef Gilbert, Theodor Hegemann, Antonius Egger, Bernhard Gisbert-Rottmann, Bruno Raabe, Heinz Wilmers, Christoph Heitmann, Bernhard Hülsmann

sitzend v.l.n.r. Anton Gerdes, Heinrich Scheiper, Franz Henke, Franz Stukenbrock, Bernhard Halsbenning

Von Wegen, Wandel und Weitblick – die Bruderschaft in den Jahren 1980 bis 2004

Ein besonderes Highlight fand bereits 1980 statt: In Begleitung eines Fackelzugs der Bruderschaft wurde das neu restaurierte Wegekreuz an der Siemensstraße / Ecke Geister Landweg durch Präses Theodor Buckstegen feierlich eingeweiht. Dieses Wegekreuz war ursprünglich 1870 vom Bauern Gisbert – später Gisbert-Frerichmann – errichtet worden. Solche Kreuze entstanden meist aus einem Gelübde heraus und waren Ausdruck besonderer Dankbarkeit. In diesem Fall galt sie der glücklichen Heimkehr der beiden Söhne aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.

1929 hatte Heinrich Alichmann, der die älteste Gisberttochter Katharina geheiratet hatte, das Kreuz erstmals restaurieren lassen. Seitdem wurde es das Alichmannsche Wegekreuz genannt. Der Sockel wurde aus Mauerwerk, das hölzerne Kreuz aus Granit gefertigt. Doch auch am Stein nagt der Zahn der Zeit – so wurde im Sommer 1992 der hölzerne Korpus durch einen Bronzekorpus ersetzt.

Wie viele Vereine blieb auch die Bruderschaft nicht von finanziellen Engpässen verschont. 1981 fehlten Sponsoren, sodass man gezwungen war, die beliebte Blaskapelle Kaiser, bekannt als die Buchenberger Musikanten, durch einen Alleinunterhalter zu ersetzen. Die Enttäuschung war groß – der Ersatz konnte der Tradition nicht gerecht werden.

Nach dem verregneten Kinderfest 1982 nahm sich Josef Alichmann ein Herz und stellte eilig ein provisorisches Zelt auf. Diese Geste inspirierte „Berni“ Scheiper dazu, ein dauerhaftes Festzelt für die Bruderschaft zu stiften. Das „Geisterzelt“ war geboren.

Die Bruderschaft zeigte sich oft als Vorreiter in Sachen Offenheit: Bereits 1969 wurde der erste Protestant aufgenommen, 1974 folgte der erste evangelische Schützenkönig. So war es nur konsequent, auch die Frauen der Schützenbrüder stärker einzubinden. 1981 wurde bei Theo Hegemann erstmals ein „Damenkaffee“ veranstaltet. Noch 1991 lehnte man einen Antrag auf weibliche Mitgliedschaft ab, doch 1999 war es schließlich so weit: Die Satzung wurde geändert – Frauen durften nun offiziell „Schützenbrüder“ werden. Bis heute sind es allerdings nur fünf.

Ein liebgewonnener Bestandteil im Jahresverlauf war die Wallfahrt nach Telgte. 1985 kam es zu einer besonderen Anekdote: Ob es an Müdigkeit oder spannenden Gesprächen lag – die Gruppe geriet auf Abwege. Franz-Josef Lauxtermann fragte mehrfach bei Heinrich Hölscher nach: „Heinrich, kann das sein, dass wir heute Morgen schon mal hier waren?“ Doch niemand wollte wahrhaben, dass die Lambertibruderschaft aus Mecklenbeck alle in die Irre geführt hatte. Zum Glück war Willi Boesing dabei, der als landwirtschaftlicher Berater in der Gegend ortskundig war. Er führte die „Schäflein“ sicher zur Wallfahrtskirche in Telgte. Der Pastor hatte gewartet – der Gottesdienst begann mit 15 Minuten Verspätung.

1986 Fußballturnier Schützenbruderschaft Heilig Geist vs. Pluggendorfer Schützen – Turniersieger Schützenbruderschaft Heilig Geist!

Ebenfalls 1985 gründete sich auf Initiative von Horst Overwaul die Jungschützenriege, die ihn gleich zum ersten Jungschützenmeister wählte. Seitdem wird neben dem König auch ein „Prinz“ ausgeschossen. Zudem war Horst Overwaul auch der Initiator der inzwischen fest etablierten Silvesterparty im Jugendheim der Heilig-Geist-Gemeinde.

November 1986

Einführung des neuen Präses Pastor Karl Braun und Verabschiedung unseres alten Präses Pastor Bucksteggen durch den 1. Vorsitzenden Theo Hegemann auf der Generalversammlung

Nach dem Tod von Franz Henke, der lange Jahre den Vogel baute, übernahm Tönne Weßeler diese Aufgabe zum Schützenfest 1986. Der erste selbstgebaute Vogel war zwar schön anzusehen, aber hartnäckig – erst um 22:12 Uhr fiel er nach dem 447. Schuss.

1987 fand das letzte Vogelschießen im Hof zur Geist statt. 1988 zog man zur Gaststätte Vennemann an der Hammer Straße um. Der Hof zur Geist wurde drei Jahre später abgerissen – eine neue Bleibe für den Königs- und Winterball war nötig. Da es im Bereich Geist keinen vergleichbar großen Saal gab, fand man ihn in der Stadthalle Hiltrup. Der erste König, der dort feiern durfte, war Heinrich Egger. 1991 wurde Heinrich Hölscher König – seine Familie hatte sich über Jahrzehnte in besonderer Weise für die Bruderschaft engagiert. Ihm zu Ehren sponserte Helmut Riesenbeck die Thüringer Hainich Musikanten. Der alte Spielmannszug, in dem Heinrich Hölscher 25 Jahre gespielt hatte, probte eigens für diesen Anlass ein letztes Mal. Seit 1976 hatte der Kinderspielmannszug diesen abgelöst, der bereits 1974 gegründet worden war.

Wie alles im Leben hatte auch die Amtszeit von Theo Hegemann als Oberst der Bruderschaft ein Ende: Nach 20 Jahren trat er 1989 nicht mehr zur Wahl an. Sein Nachfolger wurde Hermann-Josef Gilbert sen., der das Amt sechs Jahre innehatte. In seine Amtszeit fiel auch die Erneuerung des Holzkorpus am Wegekreuz durch eine Bronzeversion.

Mit dem Rücktritt von Theo Hegemann begann eine Phase ungewöhnlicher Fluktuation im Vorsitz der Bruderschaft. Auf Hermann-Josef folgte 1995 Reinhold Muchow – nun mit dem Titel Brudermeister. In seine Amtszeit fiel die entscheidende Satzungsänderung zur Aufnahme von Frauen. 2001 wurde Dirk Niehaus gewählt, seit dem 28. März 2004 steht Norbert Hölscher der Bruderschaft als Brudermeister vor. Wir wünschen ihm eine lange Amtszeit und stets ein glückliches Händchen in seinem Amt.

Zum Schluss sei der Chronist der ersten 100 Jahre zitiert:

„Wir sind alle eingebunden in Heimat, Geschichte, Tradition und ihre Wertmaßstäbe.“

Auch wenn es heute immer schwerer fällt, sich in der Öffentlichkeit zu Glaube und Frömmigkeit zu bekennen, und es nicht mehr „in“ ist, Teil einer marschierenden, einheitlich gekleideten Gemeinschaft zu sein – wir sollten die Kraft besitzen, unsere Ideale offen zu leben und zu zeigen.

Nur so können wir sein, was Victor Hugo uns mit auf den Weg gab:

„Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Tapferen (und Starken) ist sie die Chance.“